Prominent gelegen, in der Berliner Friedrichstraße, steht die Bauhütte: Ein ausgebauter Container auf einer 1600 Quadratmeter großen Freifläche, der Frieda Süd. Neben der Bauhütte: Nachbarschaftsbeete, das Café Grundeinkommen, ein Zukunftsparlament, eine Fahrradselbsthilfewerkstatt und ein Tiny House, das in den kommenden Monaten zum Pop-up-Atelier avancieren soll.

Getragen wird das Projekt von Bauhütte Kreuzberg e.V. und gerahmt von der auffällig bemalten Brandwand der taz sowie der Rückseite der Akademie des Jüdischen Museums Berlin – mit deren Entstehungsgeschichte es eng verbunden ist.

Die Bauhütte und der Umbau des Blumengroßmarkts

Als der Blumengroßmarkt der Akademie des Jüdischen Museums wich, sollte eine „Bauhütte“ die bürgerschaftliche Beteiligung an der damit einhergehenden Neugestaltung der anliegenden Baufelder sichern. In der Geschichte der Großkirchenbauten waren Bauhütten interdisziplinäre Kompetenzzentren in Kirchennähe. Sie ermöglichten nicht nur die erfolgreiche Fertigstellung der komplexen Projekte, sondern dienten auch der Archivierung von Wissen, der Nachwuchsausbildung und dem Einbezug der Nachbarschaften.

Die Bauhütte Kreuzberg überträgt die Idee eines lokalen Kompetenz- und Begegnungszentrums auf die Gegenwart der postmigrantischen Stadtgesellschaft: Sie versteht sich als Plattform für die Vernetzung und den Austausch der neuen und der alten Anwohner*innen, der Institutionen, des Gewerbes und der Politik im Sanierungsgebiet Südliche Friedrichstadt.

Unsere Aktivitäten

In diesem Sinne beherbergt die Frieda Süd zahlreiche NGOs, Initiativen und Vereine. Und sie dient als Aufführungsort für Diskursreihen, Kulturproduktionen und partizipative Formate mit migrations- und stadtpolitischer Ausrichtung, kuratorisch getragen von Bauhütte Kreuzberg e.V.. In Vorbereitung sind zur Zeit etwa Salongespräche zum „Ausverkauf der Stadt“, eine Podcast-Reihe zu „postkolonialen Nachbarschaften“ und eine Kulturproduktion zur Entwicklung des Viertels aus der Perspektive der Migration.